ST. PETERSBURG – MOSKAU II

26. August

An der Straße, die um den Ilmensee herumführt, gibt es eine kleines Dorf namens Lipizy. Die einzige Sehenswürdigkeit ist die Grabstätte für die Bewohner, die im Jahr 1941 umkamen. Auf ihr steht die Betonstatue eines Soldaten. „Hier liegen unsere Väter, die wir nie zu Gesicht bekommen haben“, – sagte mir Ljubow Alexejewna Gorbatschowa. Sie war zwei Jahre alt, als die Deutschen die Mutter und den Großvater für die Zwangsarbeit mitnahmen. Die kleine Ljuba wurde von der Mutter mitgenommen. Sie wurden über Litauen nach Norwegen gebracht. Hier starb der Großvater. Sie wurden weiter ans Ziel verschleppt, von wo sie erst 1945 zurückkehren konnten.

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ST. PETERSBURG – MOSKAU

Der für das Reise angeschaffte Geländewagen „Patriot“ wurde in der staatlichen Meldestelle registriert. Die Autonummer wird von einem Computer nach dem Zufallsprinzip vergeben. Unser Fahrzeug erhielt die Nummer T829 AK. „T“ kann man als Abkürzung für „Tysjatscha“ bzw. „Tausend“ lesen. Damit ergibt sich Tausend 829, das ist das Jahr der Russlandreise Alexanders von Humboldt. Natürlich ist das ein Zufall, aber eben ein seltsamer. Wir hoffen, dass uns das Nummernschild Glück bringt.

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MOSKAU CITY, 31. August 2021

„Diese schöne Stadt hat zum großen Teil die Individualität ihres Charakters verloren, jedoch ist der Kreml noch immer unendlich interessant. Der Architekturstil in Moskau ist nicht zu begreifen. Die großen Worte byzantinisch, gotisch charakterisieren ihn gar nicht. Es gibt in Moskau Türme in Pyramidenform mit Etagen wie in Indien und auf Java.“

Alexander von Humboldt